Search by tag «Qualität»
Entries found: 2
“Mitarbeiter sollten viel verdienen“
Diepholzer Zeitung REHDEN (hwb)
„Die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter – insbesondere von Fach- und Führungskräften – wird sich in Zukunft erheblich schwieriger gestalten. In den kommenden vier Jahren wird es dramatische Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt geben.“
Diese These vertrat Diplom-Betriebswirt Rüdiger Harbeck am Mittwochabend im Rathaus der Samtgemeinde Rehden vor rund 50 Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Harbeck hielt ein Kurz-Seminar in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Diepholz zum Thema „Personalkosten runter, Einkommen rauf …wie geht das?“
Nicht zuletzt durch den demographischen Wandel werde es immer schwieriger, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten. Es gelte, Leistungs-Reserven der Mitarbeiter aller Bereiche und Hierarchien durch materielle Anreize zu mobilisieren. „Geld ist dabei nur eine Seite der Medaille“, sagte Harbeck. Um Mitarbeiter stärker an das Unternehmen zu binden, müssten attraktive Beteiligungsformen eingeführt werden. Zudem müssten Unternehmen und Mitarbeiter zukünftig deutlich mehr in die Aus- und Weiterbildung investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Neue Arbeitszeitformen und Arbeitsformen würden in den Unternehmen zu erheblichen Veränderungsprozessen führen. „Wir werden vom Zeitdenken wegkommen“, fügte der Referent hinzu.
Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt wie Personalentwicklung, Arbeitszeit-Flexibilisierung, variable Entgelt-Systeme oder Teamarbeit sollten laut Harbeck nie separat betrachtet werden. Einer Umfrage unter Arbeitnehmern zufolge, haben 34 Prozent von diesen noch Arbeitsreserven. Diese müssten durch Motivation freigelegt werden. Durch Einwirken auf die Bedingungen, das Können und das Wollen könne der Leistungsgrad eines Mitarbeiters positiv beeinflusst werden. Und zwar im Sinne des Unternehmens, der Gemeinschaft und zum Vorteil des Mitarbeiters.
Rüdiger Harbeck stellte mehrere Schemata möglicher Entlohnungs-Systeme der Zukunft vor und führte mehrere Varianten bei der Umstellung des jetzigen Entgelt-Systems an.
„Mitarbeiter sollten viel verdienen, aber es muss fair zugehen“, forderte der Referent. Gleichzeitig warnte er die Unternehmer: „Vermeiden Sie konzeptionelle und inhaltliche Fehler bei der Gestaltung Ihres Vergütungs-Systems!“
Das Seminar war eine Veranstaltung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH für den Landkreis Diepholz in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz, der Kreissparkasse Syke, den Volksbanken im Landkreis Diepholz und den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden im Landkreis Diepholz.
„Diese Seminare sind Erfolgsmodelle, wie die Resonanz hier heute einmal mehr beweist“, freute sich Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch in seiner Begrüßung. Rund 50 Interessierte hatten sich im Rathaussaal eingefunden.
Multitasking schadet der Intelligenz, verringert die Qualität der Arbeit und erzeugt Stresshormone
London – Forscher untersuchen die Auswirkungen des sogenannten Multitasking – dem zeitgleichen Gebrauch von Internet, SMS, TV und E-Mail. Hirnforscher glauben, dass geteilte Aufmerksamkeit zu schleichenden Veränderungen unserer kognitiven Fähigkeiten führt.
Forscher der Universität London haben herausgefunden, dass die Schwächung des Intelligenzquotienten bei Arbeitnehmern, die von Telefongesprächen und E-Mail abgelenkt werden, etwa doppelt so hoch ist wie bei Marihuana-Rauchern. Der Psychiater Edward Hallowell sieht die Aufmerksamkeitsschwäche ADT, die an ADHD erinnert und durch übertriebenes Multitasking entsteht, sich dramatisch im Wirtschaftsleben ausbreiten. Gary Small, Professor für Neurowissenschaft an der Universität von Los Angeles, hat dafür in seinem Buch “iBrain” den Begriff “digitale ADHD” geprägt.
Bereits vor acht Jahren betonte der Norweger Thomas Hylland Eriksen, Professor für Antropologie, dass die durch E-Mail und Handy eingesparte Zeit eine reine Illusion sei. Tatsächlich verfügten die meisten Menschen heute über viel weniger Zeit als jemals zuvor. Nun sei die Informationsflut dabei, alle Dämme zu sprengen. Für ihn seien die Zeiten, lange Bücher zu lesen, längst vorbei, bekennt Hylland in kritischer Selbsterkenntnis. “Ich schaffe es nicht mehr, so eingehend zu lesen wie früher.”
Auch der Schriftsteller Tom Egeland sieht sich selbst als ausgewiesenen Multitasker: Mit seinen zwei PCs plus Mobiltelefon bezeichnet er sich als “Extrem-User”. Ob Facebook oder Twitter – mit hyperaktiver Frequenz kommuniziere er mit Freunden und solchen, die es werden könnten. Dennoch hält ihn dies nicht davon ab, im heimischen Schreibkeller kreativ an seinem neuesten Roman zu basteln.
Ob unser Gehirn so etwas wie Multitasking überhaupt zulässt, bezweifelt der Neurologe Ivar Reinvang, Neurologe von der Universität Oslo: “Unsere Aufmerksamkeit ist eine begrenzte Ressource. Wir sind einfach nicht in der Lage, zwei Konzentration erfordernde Tätigkeiten gleichzeitig zu bewältigen. In der Praxis müssen wir daher immer hin und her springen zwischen zwei Aufgaben”, fand er heraus. Dieses brächte “Zeitlöcher” mit sich, und die bewirkten, dass die Qualität von beiden Aktionen automatisch schlechter würde.
Zu diesem Schluss kommt ebenfalls David E. Meyer, Hirnforscher der Universität Michigan. Er spezialisierte sich auf die Forschung rund um erwachsene “Multitasker”. “Wenn wir zwei Aufgaben gleichzeitig bewältigen wollen oder rasch zwischen ihnen wechseln, brauchen wir tatsächlich doppelt so lange Zeit, als wenn wir sie nacheinander angegangen wären. Außerdem belegten neuere Forschungsresultate, dass während des Multitasking die Stresshormone Kortison und Adrenalin ins Blut schießen. Neben anderen ungünstigen gesundheitlichen Effekten verliert das Gehirn dabei die Fähigkeit, sich zu fokussieren. Burn-out sieht Meyer langfristig als eine logische Folge davon.
