Gut ist häufig besser als perfekt

Führungskräfte-Trainer Rüdiger Harbeck sprach im “Dillertal” zum Thema “Zeitmanagement”

BR.-VILSEN (ah) Morgens in den Spiegel gucken und sich trotzdem waschen – mit diesem scherzhaften Beispiel verdeutlichte Führungskräfte-Trainer Rüdiger Harbeck am Donnerstagabend seinem Publikum im Restaurant “Dillertal”, was zu einem erfolgreichen Arbeitstag verhilft: eine positive Grundeinstellung. Und: Je eher man in die Gänge komme, desto besser.

“Morgens sind Sie am produktivsten”, meinte Harbeck, der am auf Einladung der Wirtschaftsförderung des Landkreises Diepholz gekommen war. Das Thema seines Referats: “Keine Zeit – Tipps und Tricks zum Zeitmanagement”.

Die Frage, “ob wir uns leisten können, weiter so zu arbeiten”, müsse jeder für sich selbst beantworten. Wer die Bereitschaft zur Veränderung mitbringe, könne täglich 20 bis 30 Prozent Zeitreserven aktivieren. Arbeitsmethodik und Zeitplanung würden dabei nur zu einem Drittel zum Erfolg beitragen. Die “Führung der eigenen Person” schließe auch die körperliche und psychische Verfassung mit ein, erklärte Harbeck. Nikotin, Alkohol, Drogen und Übergewicht vermeiden, Sport treiben, entspannen, Konflikte verarbeiten – all dies beeinflusse das Zeitmanagement positiv.

Als wichtig bezeichnete es Harbeck, Erfolgserlebnisse zu haben. “Setzen Sie sich kleine, realisierbare Ziele”, empfahl der Referent. Dies erhöhe ebenso die Stresstoleranz wie selbstbestimmtes Handeln. Bei der Planung sei darauf zu achten, sich “nicht von vornherein zuzuballern. Es reicht, 60 Prozent des Tages zu verplanen”, erklärte Harbeck. Die restlichen 40 Prozent würden sich durch das Tagesgeschäft ergeben. Die Planung sei schriftlich zu fixieren. “Entwickeln Sie keine Schuldgefühle, wenn Sie fleißig waren.”

“Telefon” und “Bürokratie” nannten die Zuhörer auf Nachfrage Harbecks als Beispiele für Störfaktoren während der Arbeit. Der Referent schlug vor, die Störfaktoren zu analysieren, ebenso die Ursachen für Stress und Unzufriedenheit.

Täglich zehn bis 15 Minuten Sport seien geeignet, um vom Stresszustand wieder in die “vegetative Normallage” zu kommen.

Weitere praktische Tipps gab Harbeck im zweiten Teil seines Vortrags. “Packen Sie schwierige und unangenehme Dinge zuerst an”, riet er. “Auf keinen Fall auf die richtige Stimmung warten, bei einigen Aufgaben kommt die niemals.” Gleiches gelte für Entscheidungen: “Die sollten Sie schon treffen, wenn Sie sich zu 80 Prozent sicher sind.”

Eine Grundordnung auf dem Schreibtisch mit nur jeweils einem Korb für Eingänge, Ausgänge und laufende Projekte leiste einen Beitrag zur Effektivität. Effektiv nannte Harbeck auch das Arbeiten in Blöcken. “Sehen Sie mehrere Mails durch, erledigen Sie mehrere Telefonate hintereinander”, sagte der Referent. Seinem Publikum wünschte er den Mut, einmal “Nein” zu sagen, Meetings rechtzeitig zu verlassen und Arbeiten zu delegieren. Nach dem Prinzip des ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower würden nur wichtige Aufgaben selbst erledigt, die dringenden davon sofort. Was unwichtig und nicht dringend sei, gehöre in den Papierkorb. Dringende Aufgaben, die aber nicht wichtig seien, könnten Mitarbeiter übernehmen – auch wenn das Gefühl bleibe, man sei dafür besser geeignet. “Gut”, schloss Harbeck, “ist häufig besser als perfekt.” •

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